Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch an Urlaube, als man am dritten oder vierten Tag 20 oder mehr Ansichtskarten kaufte, die man dann an seine Freunde zu Hause schickte – mit Feriengrüßen voller Glück. Heute schreibe ich meine Feriengrüße an euch auf Facebook und in diesem Blog: Denn Frieda und ich haben eine glückliche Woche auf der Sonneninsel Fehmarn erlebt.

Schon im März hatte ich geschrieben: Mit einer jungen Berner Sennenhündin im Strandkorb sitzen und aufs Meer schauen – das ist schon Teil meines Traums vom glücklichen Leben. Das Ganze auf der Terrasse einer Traumwohnung direkt am Meer …

Angekommen nach langer Fahrt mit 2 Stunden Stau zwischendurch (ich habe geübt, positive Gedanken im Stau zu haben). Im Dunkeln, es ist nass und windig. Derselbe Gedanke wie beim letzten Mal: Das mache ich nicht wieder. Wie soll ich all das Gepäck nach oben befördern? Wie funktioniert dies und das?

Und dann: Wir waren unten am Deich, im Dunkeln, ich wusste nicht, ob der Strand wieder da ist. Wir haben einen anderen Hund getroffen, aber Frieda war ganz ruhig. Und happy, weil wir wieder diese schöne Wohnung mit Dachterrasse haben. Sie ist mit mir immer wieder die Treppen hinunter und hinauf gelaufen, bis alle Gepäckstücke in der Wohnung waren. Im Nu war alles an Ort und Stelle und ich kochte mein erstes Abendessen. Wir werden diese Auszeit genießen, dachte ich – und danach weiß ich, ob wir wiederkommen werden.

Es war doch immer mein Traum gewesen, nach meiner Pensionierung auf der Sonneninsel Fehmarn zu leben. Doch dann kam es ganz anders, ich verließ den Schuldienst lange vor dem Pensionsalter und zog 2010 mit meinem Mann nach Neujellingsdorf auf der Insel Fehmarn. Da war ich erst 58 Jahre alt und habe dann im Februar 2011 meinen Verlag gegründet – auch das war ein Traum, den ich nun seit über 12 Jahren verwirkliche. Ich habe schon mehr als 300 Bücher in die Welt gebracht, um den Lesern Mut zu machen, ihr eigenes Leben positiv zu gestalten – und damit die Welt ein bisschen besser zu machen. Aber das Meer konnten wir nur in der Ferne sehen von Neujellingsdorf aus – und nun wohnten wir in einer Wohnung mit direktem Blick auf Strand, Meer und die Fehmarnsundbrücke.

Hat es sich gelohnt, so weit zu fahren? Diese Frage hatte sich schon bei unserem ersten Strandspaziergang am Morgen erledigt. Die Sonne ging pünktlich auf – und Frieda war kaum zu halten. So viel Lebensfreude auf einmal, ich konnte nur noch lachen.

Am nächsten Tag war nun erst einmal der Besuch auf dem Kirchhof dran, beim Grab meines Mannes. Am Eingang des Kirchhofs trafen wir Barbara aus Neujellingsdorf, die mir vor über vier Jahren den Tipp gegeben hatte: „Dein Haus kannst du auch jetzt schon verkaufen, auch wenn es noch nicht ganz bezahlt ist.“ Und das habe ich dann sofort getan. Und heute lebe ich den Traum vom Leben am Meer weiter, wenn auch anders, als damals gedacht.


Wir waren am Südstrand, wo ich 23 Jahre lang eine kleine Strandwohnung hatte – das war mein damaliger Traum. Und wir waren in Neujellingsdorf, wo ich fast 9 Jahre gelebt habe in einem Haus mit Garten, und wo dann Senta zu uns gekommen ist. Ich habe Frieda gezeigt, wo unsere Strandwohnung war und unser Haus – und fühlte dabei nicht viel mehr als Frieda, die gemütlich hinten im Auto saß. „Hat alles seine Zeit“, sagt man, und das waren immer schöne Zeiten. Zeiten, in denen ich gelebt habe, so intensiv wie am heutigen Tag.



Was für ein Tag! Mittags dachte ich einmal: So sieht Glück aus. Konnte aber nicht schnell genug ein Foto machen von Frieda, die entspannt neben meinem Stuhl lag, während ich von der schönen Ferienwohnung zum Meer und in die Sonne blickte.

Mein Lieblingslied „Einmal leben“ von Rolf Zuckowski höre ich immer wieder, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind. „Einmal leben, einmal leben, zweimal leben, gibt es nicht“, heißt es da. „Einmal leben, einmal leben, und die Sonne scheint in dein Gesicht.“

Heute haben wir so intensiv gelebt wie schon lange nicht mehr. Ich bin die alten Wege über die Insel gefahren, habe Frieda ab und zu etwas erzählt, aber vor allem auf mein Herz gehört.

Und als wir am Hundestrand am Südstrand kilometerweit am rauschenden Meer gelaufen sind und Frieda immer voran raste und auf „hierher“ zu mir zurück kam, dazwischen vor Vergnügen in die Brandung lief – es war einfach schön.

Der erste Höhepunkt unserer Auszeit war dann wieder das Geschwistertreffen in Neustadt/Pelzerhaken – Friedas Schwester Finchen und ihre Halbschwester Wilma waren gekommen. Es war ein traumhafter Tag am Ostseestrand. Schon am Morgen strahlte die Sonne.


Der Tag endete so schön, wie er begonnen hatte.

Der Sonntag begann regnerisch, doch eine Stunde später kam die Sonne heraus – nachdem wir den ersten Strandspaziergang hinter uns hatten. Dann kam Marion aus Heiligenhafen mit Zino – dann ging es so richtig los. Die beiden Teenies waren kaum zu halten, bis wir an einer geeigneten Stelle zum Strand hinunter konnten. Eine Familie mit kleinen Kindern, zwei Frauen mit ernsten Gesichtern (offenbar mochten sie keine Berner Sennenhunde) und einige Angler – wir lenkten unsere kleinen Wilden sanft daran vorbei – bis sie nach weiterem Toben in der Wohnung endlich zu Boden sanken und schliefen.

Wir fuhren kreuz und quer über die Insel. Egal, wie weit wir am Tag gelaufen sind – wenn wir am Nachmittag zu unserer Ferienwohnung zurückkamen, wollte Frieda noch einmal an den Strand. Und der Ausblick auf die Fehmarnsundbrücke lohnt sich ja auch 🙂

Der 7. November dann war der Tag, der mich zu diesem Blogartikel „Glücklichsein an der Ostsee“ angestiftet hat. Frieda war an diesem Tag genau 16 Monate alt. Sie war mindestens so glücklich wie ihr Frauchen.

Auf dem Rückweg holte ich mir im Hafen Burgstaaken ein Krabbenbrötchen und geräucherte Garnelen – die Krabben stammen zwar nicht aus der Ostsee, machen mich aber immer wieder glücklich.

Und nach weiteren Fahrten über die Insel erlebten wir den letzten Sonnenuntergang – für dieses Mal. Denn wir kommen wieder!

Beenden möchte ich diesen Blogartikel mit meiner liebsten eigenen Affirmation:

Ich wünsche dir einen wundervollen Spätherbst, in dem du glückliche Stunden erlebst.

Herzlichst

Deine Beate Forsbach