IMG_5795Vor zwei Tagen, Freitag: Die letzte Weihnachtspost ist verschickt, der letzte Verlagsvertrag für nächstes Jahr abgeschlossen. Am Nachmittag war ich mit Birgit Wohler im Café Jedermann zum Klönschnack „In Memoriam“- das war sehr wohltuend nach dem Stress der letzten Tage und Wochen. An Hans Christians Geburtstag habe ich immer zum Kaffeetrinken bei uns zu Hause eingeladen, vor allem die, die uns beigestanden haben. Birgit war stets dabei gewesen. Und so genossen wir beide die schönen Stunden im Café – natürlich mit Stachelbeer-Baiser-Torte und einem Prosecco.

Am Vorabend hatte ich nochmal meinen Blogbeitrag zu Hans Christians letztem Geburtstag gelesen, die Fotos vom letzten Jahr angeschaut – dann war es doch Mitternacht geworden und ich stellte den Link zu dem Blog bei Facebook ein:
„In Memoriam Hans Christian 19.12.1937 – 10.2.2014“.

Liebe Freunde hatten angerufen, andere geschrieben, und eine Freundin hatte mir eine wunderschöne Rose gebracht. Denn dieser Tag, der 19. Dezember, Hans Christians 77. Geburtstag, war wirklich der bisher schwierigste Tag von all den „besonderen Tagen“ ohne Hans Christian. Es schien, als hätte Senta das Besondere dieses Tages gespürt, sie knabberte mit Freude die Weihnachtsleckerli aus dem 19. Tütchen von unserem Adventskalender.

Ich ließ Hans Christians Geburtstag ausklingen mit dem Abendessen, dem „Kleinen Lord“ und dann der NDR Talkshow. Auch wenn ich den „Kleinen Lord“ schon fast mein ganzes Leben lang immer wieder gesehen hatte kurz vor Weihnachten, so bot er mir doch diesmal die Gelegenheit, Tränen zu vergießen. Nicht nur über den Film und darüber, dass das Kinderbuch dazu eines der wenigen war, die Hans Christian und ich beide besaßen und liebten.

Gestern dann haben wir erst einmal ausgeschlafen, spät gefrühstückt und blieben wegen des Sturms und der Gewitter in unserem gemütlichen Haus. Ich hatte wundervolle Anrufe von lieben Freunden und wurde mir immer mehr bewusst, wie dankbar ich für all das bin, das ich durch Hans Christian erfahren habe. Und auch, dass mir die schönen Erinnerungen über viele traurige Momente hinweg helfen.

Heute aber, am vierten Advent, kehrt nun endgültig Ruhe ein. Heute habe ich die Papierrolle geöffnet, die ich zu Beginn der Adventszeit in unserer Poststelle in Landkirchen bekommen habe. Dort steht eine schöne Weihnachtsgeschichte. Hier könnt Ihr sie nachlesen:
https://wintergeschichten.wordpress.com/…/die-trotzige-ker…/
Wie einfach ist es doch, anderen Menschen ein Freude zu machen –
Nur mit einer Geschichte und einer Kerze!

In einem schönen Telefongespräch konnte ich meine Wünsche und Träume für das nächste Jahr erzählen: Ich möchte doch so gerne mit Senta nach Armentarola fahren – das ist mittlerweile schon ganz konkret geworden! Vielleicht feiern wir auch bald einmal Weihnachten dort!

Nun habe ich die letzten Bestellungen erledigt, um sie morgen zur Post zu bringen. Die Geschenke sind alle eingepackt, und ich beginne, den Schreibtisch aufzuräumen. Aber das hat Zeit bis morgen, genau wie die Buchhaltung. Heute höre ich schöne Weihnachtsmusik von Rolf Zuckowski, der mir mit seinem Lied vom „kleinen Frieden“ aus dem Herzen spricht: das ist es, was wir brauchen, um glücklich zu leben – in unserem engsten Umkreis und vor allem in uns selbst.

Morgen werde ich dann mit Senta losgehen in unsere Gärtnerei hier im Dorf und einen Weihnachtsbaum kaufen. Denn wir werden Weihnachten genauso feiern wie all die Jahre mit Hans Christian – und er wird mit seinem Geiste dabei sein.

Ich wünsche Euch einen schönen Ausklang dieses vierten Advents und eine geruhsame Zeit bis Heiligabend.

PS: Der Blog war bereits fertig geschrieben, als ich erfuhr, dass Udo Jürgens heute bei einem Spaziergang verstorben ist. Ich bin traurig, aber er hat ein schönes Ende gehabt, und das so kurz vor Weihnachten. Er war nicht dement, nicht krank – mitten im Leben kam der Tod. Nur schade, dass ich neulich nicht beim Konzert in Hamburg dabei war – aber Hans Christian und ich haben ihn live erlebt in Bamberg, im Juni 2004 auf der Domplatte.